Kopf-Illustration
 

Bleiben Sie gesund

Hier finden Sie jeden Monat ausgewählte Artikel aus der Neue Apotheken Illustrierte zu aktuellen Themen.

Waage

Harninkontinenz: Was die Blase wieder stärkt

Wer spricht schon gern darüber, dass er den Harn nicht mehr zurückhalten kann? Harninkontinenz ist eine klassische Tabuerkrankung. Doch wer sich seinem Arzt nicht anvertraut, verpasst eine Chance. In den allermeisten Fällen von Blasenschwäche kann die richtige Therapie Heilung oder zumindest Linderung bringen. Was möglich ist, darüber berichtet die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

Das Gespräch mit dem Arzt – dem Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen – ist deshalb so wichtig, weil die Therapie von der Art der Inkontinenz und ihren Ursachen abhängt. „Bei der Dranginkontinenz sind in den vergangenen zwanzig bis fünfundzwanzig Jahren viele Medikamente entwickelt worden, die die Blase beruhigen, die Blasenspeicherfähigkeit verbessern oder den Drang dämpfen.“ Darüber informiert Professor Dr. Daniela Schultz-Lampel, Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Urologie und Mitglied im Expertenrat der Deutschen Kontinenz Gesellschaft. Etwa Anticholinergika oder der Wirkstoff Mirabegron wirken entspannend auf die Blase. Weitere Möglichkeiten sind zum Beispiel Botulinumtoxin, das in den Blasenmuskel injiziert wird, eine Elektrotherapie oder letztlich auch das Implantieren eines „Blasenschrittmachers“.

„Das einzige Medikament zur Behandlung der Belastungsinkontinenz ist Duloxetin“, so die Expertin. „Das ist eigentlich ein Antidepressivum, das aber auch den Schließmuskel kräftigt.“ Operativ können sogenannte spannungsfreie Bändchen eingesetzt werden, die unter die Harnröhre gelegt werden. Sie dichten die Blase bei Bewegungen ab und verhindern so den Urinabgang. Auch Übungen, die den Beckenboden stärken, können bei einer Belastungsinkontinenz helfen – und zwar nicht nur, wenn sie schon existiert, sondern auch vorbeugend.

Sowohl bei der Drang- als auch bei der Belastungsinkontinenz ist es sinnvoll, überschüssige Pfunde abzubauen. „Zum einen liegt einfach weniger Gewicht auf dem Beckenboden, zum anderen haben Untersuchungen gezeigt, dass es bei starkem Übergewicht auch zu einer Art Nervenverfettung kommen kann“, informiert Schultz-Lampel. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, durch eine Gewichtsabnahme die Nervenkontrolle über die Blase zu verbessern.

Plötzlich zuckerkrank – und jetzt?

Typ-2-Diabetes kommt schleichend. Betroffene spüren die hohen Zuckerwerte in der Regel nicht. Wenn der Arzt die Krankheit feststellt, ist das für viele ein Schock. Doch dieser kann auch dabei helfen, aktiv zu werden, informiert die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

„Es ist ganz normal, dass man geschockt ist und den ungebetenen Gast nicht gleich willkommen heißt“, erklärt Psychologe Professor Dr. Bernhard Kulzer vom Diabetes Zentrum Mergentheim. Schließlich handelt es sich bei Typ-2-Diabetes in den meisten Fällen um einen Zufallsbefund. Viele Menschen haben im Vorfeld keinerlei Beschwerden und auf einmal das: Man ist krank.

Dass die Diagnose mit negativen Gefühlen einhergeht, könnte dem Psychologen zufolge sogar Vorteile haben: Emotionen können dabei helfen, etwas anzupacken, etwas zu verändern. So entpuppt sich die Zeit nach der Diagnose oft auch als idealer Zeitpunkt für eine Schulung. Hier bekommt man wichtige Informationen und viele Antworten auf seine Fragen. „Zudem setzt man sich in modernen Schulungen auch emotional mit der Krankheit auseinander“, so der Experte. Etwa mit der Frage: Ist Diabetes eine schlimme oder eine leichte Erkrankung? Wenngleich dies jeder für sich etwas anders einschätzt, macht Psychologe Kulzer Mut: „Immerhin ist Diabetes eine Erkrankung, die ich selbst steuern kann und auf die ich Einfluss habe.“ Wer gleich ein paar Kilogramm abnimmt, habe sogar die Chance, die Krankheit zurückzudrängen.

Doch nicht jeder kann den ersten Schock in Tatendrang umwandeln. Für diese Menschen zählt neben den Informationen und Anregungen, die man in einer Schulung bekommt, laut Kulzer auch das Gespräch mit anderen Betroffenen. „Jede Form des Austauschs über die Erkrankung ist sinnvoll, weil man sich dadurch mit sich und seiner Erkrankung auseinandersetzt“, so der Experte der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Man erfährt, wie andere die Krankheit bewältigen, was ihnen hilft und wie sie sich motivieren können. Auch nach der Schulung gibt es Möglichkeiten zum Austausch – etwa in klassischen Selbsthilfegruppen oder in speziellen Diabetes-Blogs.

Zeitumstellung: Die Uhr tickt

Am letzten Sonntag im März wird wieder an der Uhr gedreht, und zwar von Winter- auf Sommerzeit gestellt. Und das nicht zum letzten Mal. Wie ist der aktuelle Stand bezüglich Zeitumstellung? Die Neue Apotheken Illustrierte klärt in ihrer aktuellen Ausgabe auf.

Die von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker schon für April 2019 angekündigte Abschaffung des Wechsels zwischen Sommer- und Winterzeit lässt sich in der Europäischen Union so schnell nicht umsetzen. Anfang März entschied der Verkehrsausschuss des EU-Parlaments als federführender Ausschuss im Gesetzgebungsprozess nun über ein Kompromiss-Papier und hat dabei 2021 als Ende für die Zeitumstellung ins Auge gefasst.

Hintergrund der Diskussionen über die Abschaffung der Sommer- und Winterzeit war eine nicht repräsentative Onlineumfrage der EU-Kommission im vergangenen Jahr. Mehr als 84 Prozent der 4,6 Millionen Teilnehmer stimmten für ein Ende der Zeitumstellung. Mitgemacht haben damit weniger als ein Prozent der EU-Bürger. Allein drei Millionen Antworten kamen aus Deutschland, die meisten plädierten für eine dauerhafte Sommerzeit.

Zwar wird auf EU-Ebene entschieden, ob es den Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit noch geben soll. Doch falle dieser dann weg, ist es Sache jedes einzelnen Landes zu entscheiden, welche Zeit dann dort tatsächlich gilt. Probleme macht die Koordinierung der einzelnen Länder. Denn dass es nur eine Zeit in Mitteleuropa geben soll, darin sind sich die EU-Länder einig. Zu vehement seien sonst die Auswirkungen auf Straßen-, Bahn-und Flugverkehr sowie Finanzmärkte.

Wissenschaftler begrüßen grundsätzlich die Abschaffung der zweimal jährlichen Zeitumstellung. Besonders die ersten drei Tage nach der Zeitumstellung bedeuten Stress für den Organismus. Das zeige sich an einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle, heißt es von Seiten der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). Rund ein Viertel der Bevölkerung hat nach Schätzungen der Fachgesellschaft Probleme mit der Zeitumstellung, und zwar im Frühjahr deutlicher als im Herbst – weil eine Stunde Schlaf wegfällt.

Richtig abnehmen

Ein paar Kilogramm weniger auf der Waage, das wünschen sich viele Menschen mit Diabetes. Der Weg ist nicht ganz einfach, aber er kann gelingen. Die Neue Apotheken Illustrierte Diabetes EXTRA hat in ihrer aktuellen Ausgabe verschiedene Trend-Diäten auf Tauglichkeit geprüft und nennt wesentliche Aspekte, wie man erfolgreich abnimmt.

Generell gilt: Um dauerhaft abzunehmen, ist es wichtig, sich mit der neuen Ernährungsweise wohlzufühlen. Nur so lässt sie sich durchhalten. Je weniger Verbote man sich auferlegt und je abwechslungsreicher das Essen ist, desto besser. Denn wenn jeden Tag etwa nur Reis oder Kohlsuppe auf den Tisch kommt, kann das auf lange Sicht nicht funktionieren. Einseitiges Essen steigert die Lust aufs Verbotene. Wer sich dagegen alles gönnt, was ihm schmeckt, hat gute Chancen, auf Dauer gesund Gewicht zu verlieren. Es kommt nur auf das richtige Maß an.

Reichlich zugreifen dürfen Abnehmwillige bei Lebensmitteln mit geringer Energiedichte, das heißt bei Essen, das pro Portion wenige Kalorien liefert. Dazu gehören vor allem Gemüse, Salat und auch das ein oder andere Stück Obst. Hülsenfrüchte und Fisch, aber auch fettarmes Fleisch liefern reichlich sättigendes Eiweiß und dürfen ebenfalls regelmäßig auf den Tisch kommen.

Beim Abnehmen scheint es kaum eine Rolle zu spielen, ob man eher an Fetten oder an Zucker und anderen Kohlenhydraten spart. Allerdings zeigt eine kohlenhydratreduzierte Ernährung für den Blutzuckerwert von Diabetikern gewisse Vorteile.

Die richtige Lebensmittelauswahl erleichtert es, Kalorien einzusparen. Experten empfehlen, etwa 500 Kilokalorien weniger am Tag aufzunehmen. Dies gelingt zum Teil schon, wenn man weniger zuckersüße Getränke trinkt. Immerhin liefert ein Glas Limonade oder Saft rund 100 Kalorien. Auch alkoholische Getränke enthalten viel Energie und bleiben daher besser eine Ausnahme. Reichlich zugreifen heißt es hingegen bei Wasser und ungesüßtem Tee – etwa 1,5 Liter täglich empfehlen Fachleute.

Zwei weitere wichtige Regeln: nicht nebenbei essen und langsam essen. So nimmt schon während der Mahlzeit das Hungergefühl ab.

Beweg dich: So gut ist Sport!

Sport ist eine Art Universalarznei. Ausreichend Bewegung schützt Herz und Kreislauf, beugt vielen Krebsleiden und Stoffwechselerkrankungen vor und hält den Geist in Schwung. Dafür gibt es Belege aus der Forschung, legt die aktuelle Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten dar.

Der Alltag fordert Menschen hierzulande rein körperlich immer weniger. Daher muss man sich freiwillig wieder mehr in Schwung bringen. Dass sich das auszahlt, konnten Forscher auch im Hinblick auf die Lebenserwartung wiederholt belegen. So zeigte eine in 17 Nationen und mehreren Kontinenten durchgeführte Studie mit fast 131 000 Teilnehmern, dass es einen deutlichen statistischen Zusammenhang gibt zwischen dem Ausmaß an körperlicher Aktivität und dem Risiko, vorzeitig zu sterben oder schwere Herzerkrankungen zu erleiden. Selbst wenn sich die Studienteilnehmer nur moderat, also zwischen 2,5 bis 12,5 Stunden pro Woche, körperlich forderten, war der Effekt bereits erkennbar – im Vergleich zu denen, die auf weniger als 2,5 Stunden wöchentlich kamen.

Ähnliches zeigte eine 2013 veröffentlichte Langzeitstudie aus Dänemark. Teilnehmer, die regelmäßig joggten, hatten verglichen mit den Nichtjoggern einen durchschnittlichen Überlebensvorteil von etwa sechs Jahren.

Für ein langes Leben spielen natürlich auch gesunde Ernährung, Nichtrauchen, die Wahrnehmung von Vorsorgeuntersuchungen und eine gute medizinische Versorgung eine erhebliche Rolle. Allerdings wurden einige solcher Faktoren in die obigen Studien einberechnet, und doch blieb es dabei: Körperliche Aktivität erhöht die Chance auf ein längeres Leben. Und nicht zu unterschätzen: Bewegung verbessert die Lebensqualität. Gute Gründe also, loszurennen, loszuschwimmen oder loszuradeln.

Teilfreispruch für Fette

Fett hat nach wie vor einen schlechten Ruf. Dabei fördern einige Fettsäuren sogar die Gesundheit. Auch Diabetiker können von der richtigen Auswahl profitieren, informiert die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe vom 1. April 2018.

Gerade für Diabetiker zeigen jüngere Studien: Die viel zitierte Mittelmeerkost, die unter anderem reichlich Olivenöl beinhaltet, oder auch sogenannte Low-Carb-Diäten, die ebenfalls mehr Fett enthalten als die herkömmliche Mischkost hierzulande, haben einen positiven Effekt. Beide Ernährungsformen verbessern die Blutzuckereinstellung sowie die Blutfettwerte. Und sie eignen sich auch, um Gewicht zu reduzieren. Vorausgesetzt, man nimmt insgesamt nicht zu viele Kalorien zu sich und achtet auf die Lebensmittelauswahl. Hier gilt: Es gehören viel Gemüse, Salate, Hülsenfrüchte sowie regelmäßig Obst und Fisch auf den Tisch. Bei Getreideprodukten Vollkorn bevorzugen. Etwas Fleisch und Milchprodukte ergänzen den Speiseplan.

Was Fette betrifft, wirken sie sich unterschiedlich auf die Gesundheit aus, einige eher positiv, andere eher negativ. Generell empfiehlt es sich, tierische Fette wie Schmalz, fettes Fleisch, Würste und Aufschnitt zu reduzieren. Gleiches gilt für fette Milchprodukte wie Sahne oder Schmand oder Produkte mit Palm- oder Palmkernöl. In diesen Lebensmitteln stecken sogenannte gesättigte Fettsäuren. Zu viele davon erhöhen das Risiko für Fettstoffwechsel-Störungen wie etwa erhöhte Cholesterinwerte. Noch schlechter kommen trans-Fettsäuren weg, die beispielsweise in Frittiertem oder Blätterteiggebäck stecken. Sie schaden der Herzgesundheit.

Als gesundheitsfördernd gelten hingegen ungesättigte Fettsäuren. Experten sprechen sich dafür aus, deren Anteil im Essen zu erhöhen. Sie stecken in pflanzlichen Ölen, Margarine, Nüssen und Saaten. Auch fette Seefische wie Lachs, Makrele oder Hering liefern besonders viel davon. Auch unter den guten, ungesättigten Fettsäuren gibt es weitere Qualitätsunterschiede. So haben die mehrfach ungesättigten noch bessere Eigenschaften als die einfach ungesättigten. Und die allerbesten sind langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Letztere kennen viele unter dem Namen Omega-3-Fettsäuren, und sie stecken vor allem in Fisch, besonders in fettem Seefisch. Studien zeigen, dass sie nicht nur die Blutfettwerte verbessern, sondern auch das Risiko für Bluthochdruck und Herzkrankheiten reduzieren. Möglicherweise schützen sie auch vor Krebserkrankungen und wirken positiv aufs Gehirn.

Arzneien verpflastern

Arzneistoff enthaltende Pflaster sind spezielle Arzneiformen. Kai-Peter Siemsen, Präsident der Apothekerkammer Hamburg, erklärt in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten, welche Besonderheiten bei ihrer Anwendung zu berücksichtigen sind. +

Apotheker nennen Arzneistoffpflaster auch transdermale therapeutische Systeme TTS. Diese Systeme eignen sich, wenn ein Arzneistoff über längere Zeit in den Körper gelangen soll, etwa bei starken Schmerzen oder bei der Gabe einiger Hormone. „Bei einem Pflaster werden die Wirkstoffe über die Haut aufgenommen. Zuerst gibt das Pflaster seinen Wirkstoff in die Haut ab, und es bildet sich dort ein Wirkstoffdepot. Von diesem Depot wird der Wirkstoff nach und nach ins Blut aufgenommen“, erklärt Siemsen.

Vorteil dieser Arzneipflaster ist die Tatsache, dass die Wirkstoffkonzentration im Körper über längere Zeit aufrechterhalten wird, also eine Dauerwirkung besteht. „So müssen die Patienten nicht täglich an ihre Arzneimitteleinnahme denken und der Magen-Darm-Trakt wird umgangen. Nachteilig kann sein, dass die Wirkung einerseits nicht sofort nach dem ersten Aufkleben beginnt, andererseits aber auch nicht sofort nach dem Ablösen des Pflasters endet“, informiert der Arzneimittel-Fachmann.

Die Arzneipflaster müssen auf unverletzte und unbehaarte Haut aufgeklebt werden. Dabei ist die Hautstelle bei jedem neuen Aufkleben ein bisschen zu verändern. Damit die Pflaster gut kleben, sollte die Haut zuvor nicht mit Hautcremes eingecremt worden sein.

Für die Entsorgung rät Siemsen, das abgelöste Pflaster zusammenzukleben und dann in den Hausmüll zu geben. Bei Ablösen darauf achten, dass die bloßen Finger die Klebefläche nicht berühren. Denn im Reservoir ist immer noch relativ viel Arzneistoff enthalten.

Reventlow-Apotheke • Telefon: 040/89 50 44 • E-mail: info@reventlow-apotheke.deDatenschutzerklärungImpressum