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Bleiben Sie gesund

Hier finden Sie jeden Monat ausgewählte Artikel aus der Neue Apotheken Illustrierte zu aktuellen Themen.

Waage

Immunsystem stärken: von Abhärten bis Zink

Mit gestählter Abwehr alle Krankheitskeime abprallen lassen und gesund durch die Erkältungssaison kommen: Das möchte eigentlich jeder. Welche Maßnahmen dabei wirklich taugen, fasst die aktuelle Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten zusammen. Hier die drei effektivsten „Immunbooster“.

Eine gewisse Abhärtung erhoffen sich Menschen von einer „Schwitzkur“ in der Sauna. Nicht zu Unrecht, wenn man sich dieser Hitze regelmäßig aussetzt. Um einen positiven Einfluss auf Herz-Kreislauf-Leiden und Atemwegserkrankungen zu haben, setzt das mindestens zwei, besser noch mehr als vier Saunagänge pro Woche voraus, haben Studien ergeben.

Das die Zusammenhänge von sportlicher Betätigung und Stärkung der Abwehrkraft betrifft, zeigt sich studienmäßig ein uneinheitliches Bild. Unstrittig ist und bleibt jedoch, dass ausreichend Alltagsbewegung und Sport die Gesundheit auf so vielen Ebenen fördern, dass man aktiv werden beziehungsweise bleiben sollte. Das gilt für maßvolle Bewegungseinheiten. Starke, anhaltende Überlastungen durch Sport oder körperliche Tätigkeiten verträgt das Immunsystem weniger gut.

Gute Handhygiene schützt vor Atemwegsinfekten, sie gilt die effektivste und die am besten belegte Prophylaxemaßnahme. Das zeigen zahlreiche Untersuchungen immer wieder. Das liegt vermutlich daran, dass regelmäßiges Händewaschen einerseits die Infektionskette unterbricht und andererseits die Hände als Hauptüberträger von Infektionen gelten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation werden 80 Prozent aller Infektionskrankheiten über die Hände als Schmierinfektion weitergereicht. Es gilt also, das Händewaschen zur guten Gewohnheit werden zu lassen. Desinfektionsmittel sind für den Hausgebrauch nach Angaben des Robert Koch-Instituts nicht erforderlich.

Als Diabetikerin gut durch die Wechseljahre

Diabetikerinnen kommen früher in die Wechseljahre als Frauen ohne Zuckerkrankheit. Worauf es bei der Therapie in dieser Zeit ankommt, verrät die Neue Apotheken Illustrierte in ihrer aktuellen Ausgabe.

„Bei Frauen mit Diabetes erschöpft sich der Eizellenvorrat schneller. Das führt dazu, dass sie früher in die Wechseljahre kommen.“ So erklärt Professor Dr. Petra-Maria Schumm-Draeger von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) den Vorgang. Über die Ursache spekulieren die Forscher noch. Eines gilt als sicher: Durch den Diabetes verändern sich die Gefäße, und dies beschleunigt den Alterungsprozess.

Mit dem Versiegen der Eierstöcke schwindet auch das Hormon Östrogen, das die Insulinempfindlichkeit beeinflusst. „Viele Patientinnen kennen diesen Zusammenhang allerdings nicht und werden von plötzlichen Schwankungen des Blutzuckers überrascht“, erläutert Schumm-Draeger. Dies trifft auch Frauen, die ihren Blutzucker bislang optimal eingestellt haben. Denn der Östrogengehalt nimmt nicht kontinuierlich ab, sondern tut dies oft sprunghaft. „Der vermehrte Stress, verursacht durch Schlafstörungen und Hitzewallungen, tut sein Übriges, um den Blutzuckerspiegel negativ zu beeinflussen“, erklärt die Expertin.

Die Münchener Internistin empfiehlt Frauen mit Diabetes, sich rechtzeitig mit dem Thema Wechseljahre auseinanderzusetzen und vom behandelnden Diabetologen beraten zu lassen. Zum einen setzt der Östrogenmangel die Insulinempfindlichkeit herab. Zum anderen steigert er auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. „Zudem darf man nicht vergessen, dass die hormonelle Umstellung bis zu zehn Jahre dauern kann – da ist ein gut eingestellter Blutzuckerstoffwechsel für ein gesundes Altern unabdingbar“, so die Expertin.

So bleibt Diabetiker-Haut gesund

Sie wird trocken und bekommt Risse: Die Haut, wichtige Schutzhülle des Körpers, leidet sicht- und fühlbar unter dem Diabetes. Doch dagegen kann man etwas tun. Die Neue Apotheken Illustrierte Diabetes extra hat bei einer Expertin nachgefragt.

Die trockene Haut muss mit einer Creme geschützt werden. „Reines Öl oder Vaseline sollten Diabetiker aber besser meiden. Beides legt sich wie ein Film über die Haut, die darunter nicht mehr richtig atmen kann“, erklärt Dr. Stephanie Panthel, Dermatologin in Düsseldorf. Besser sind Zubereitungen mit folgenden Wirk- und Hilfsstoffen.

Urea, auch Harnstoff genannt, bindet die Feuchtigkeit in der Haut und hält sie dadurch geschmeidig. Der Wirkstoff, der synthetisch hergestellt wird, kann auch Hornhaut lösen. Empfehlenswert für Diabetiker: Körperlotionen mit zehnprozentigem Ureagehalt.

Nachtkerzenöl wird aus den Samen der Nachtkerze gewonnen. Es wirkt feuchtigkeitsregulierend und beruhigt gereizte, juckende Haut.

Allantoin gilt als wundheilungsfördernd und verträglich. Es mildert Hautirritationen.

Glycerin soll gegen trockene, rissige und juckende Haut helfen, indem es in die Haut eindringt und sich zusätzlich wie ein leicht öliger Schutzfilm auf die Oberfläche legt. So verhindert es, dass Feuchtigkeit entweicht. Die Haut wirkt glatter, gesünder und bleibt elastisch.

Milchsäure reguliert als Bestandteil des hauteigenen Säureschutzmantels den physiologischen pH-Wert und kontrolliert so die bakterielle Besiedlung der Haut. Sie ist ein guter Feuchtigkeitsspender und kann Hornhaut lösen.

Wenn trockene Diabetikerhaut dazu neigt, stark zu jucken, rät die Dermatologin zu einer Pflegelotion mit Polidocanol: „Dieser Wirkstoff betäubt die Hautoberfläche leicht und kann den Juckreiz lindern.“

WHO-Empfehlung: Demenz vorbeugen

Kaum eine Krankheit ist in Deutschland so gefürchtet wie Demenz. Der geistige Verfall ist unheilbar, Medikamente können nur das Voranschreiten etwas abbremsen. Zahlreiche Studien zeigen jedoch, dass man einiges tun kann, um einer Demenz vorzubeugen oder sie zumindest merklich hinauszuzögern. So hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) dieses Jahr zum ersten Mal konkrete, wissenschaftlich belegte Empfehlungen vorgelegt, wie sich das Risiko für geistigen Verfall im Alter senken lässt. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

Aktiv werden: Die erste und dringlichste Empfehlung zielt auf körperliche Bewegung. Große Beobachtungsstudien haben gezeigt, dass Menschen, die körperlich aktiv sind, seltener an Demenz erkranken als Menschen, die sich wenig bewegen. Wer besonders viel Sport treibt, profitiert auch in hohem Maße davon.

Tabu für Tabak: Eine weitere starke Empfehlung betrifft das Rauchen. Studien deuten darauf hin, dass im Tabak enthaltene Substanzen das Gehirn schädigen und darüber hinaus als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Entstehung von Demenz fördern.

Gute Werte: Lassen Sie Ihren Blutzucker, den Fettstoffwechsel und den Blutdruck regelmäßig kontrollieren und gegebenenfalls behandeln. Vor allem unbehandelter Bluthochdruck im mittleren Lebensalter ist laut der aktuellen WHO-Leitlinie eine Gefahr für das Gehirn.

Ernährung: Eine ausgewogene, mediterrane Ernährung senkt das Risiko für den Beginn und das Fortschreiten von Demenz. Sie besteht aus viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Vollkornprodukten und gelegentlich Seefisch. Rotes Muskelfleisch, Fett, Zucker und Salz stehen nur in geringer Menge auf dem Speiseplan.

Gesundes Gewicht: Studien legen nahe, dass Übergewicht und Fettleibigkeit nicht nur eine Gefahr für den Körper darstellen, sondern auch für das Gehirn.

Nahrungsergänzung hilft nicht: Von Tabletten mit Vitamin B, Vitamin E, mehrfach ungesättigten Fettsäuren oder Multi-Vitaminprodukten zur Vorbeugung von Demenz wird ausdrücklich abgeraten.

Wenig Alkohol: Alkohol ist ungesund und erhöht das Risiko für diverse Krankheiten enorm. Auch die Gefahr für geistigen Verfall steigt mit übermäßigem Alkoholkonsum.

Sozial Kontakte pflegen: Regelmäßiger Austausch und Kontakt mit Familie und Freunden tragen zu guter Gesundheit bei. Am besten pflegt man sie das ganze Leben über. Gesellschaftliche Isolation hat sich ebenfalls als Risikofaktor für Demenz erwiesen.

Hörverlust behandeln: Dass ein unbehandelter Hörverlust auch das Risiko für Demenz erhöht, haben bereits diverse Studien gezeigt. Der Grund: Das Gehirn gewöhnt sich mit der Zeit an das geringere Hörvermögen. Dieser Mangel an akustischen Reizen beschleunigt nicht nur die Schwerhörigkeit, auch die Leistung des Gehirns nimmt ab, weil es nicht mehr ausreichend gefordert wird. In den meisten Fällen können Hörprobleme mit einem Hörgerät behoben werden.

Potenzprobleme: Nachhilfe im Liebesleben

Diabetes macht vor der Schlafzimmertür nicht halt. Was sich gegen häufig vorkommende Erektionsprobleme unternehmen lässt, weiß unser Gastautor Professor Dr. Jochen Heß, stellvertretender Direktor der Urologischen Klinik am Universitätsklinik Essen. Zu lesen in der aktuellen Ausgabe der Neuen Apotheken Illustrierten.

Hess empfiehlt, offen mit seinem Arzt über eventuelle Erektionsprobleme zu sprechen. Hier kommen der Hausarzt, der Urologe und selbstverständlich auch der Diabetologe infrage. Betroffenen Männern bieten sich heute, neben einer fachkundigen Beratung mit gegebenenfalls psychologischen Behandlung noch weitere individuelle und vielfältige Therapiemöglichkeiten an:

PDE-5-Hemmer: Die Präparate werden in der Regel kurz vor der gewünschten Erektion eingenommen. Trotz allgemein guter Verträglichkeit kann es in Einzelfällen zu Nebenwirkungen kommen. Dazu gehören verstärktes Naselaufen, Ohrensausen und Kopfschmerzen. Patienten, die Nitrat-basierte Blutdrucksenker einnehmen, dürfen wegen unerwünschter Wechselwirkungen keine PDE5-Hemmer einsetzen.

Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT): Hierbei spritzt sich der Betroffene eine Injektionslösung direkt in den Penis, um eine Erektion auszulösen. Dies geschieht nach Anleitung des Arztes. Der Wirkstoff Alprostadil kann allerdings die Wirkung von Blutgerinnungshemmern und blutdrucksenkenden Mitteln verstärken. Alternativ kann der Wirkstoff Alprostadil in Form eines Miniatur-Stäbchens mithilfe eines Applikators in die Harnröhre gebracht (Medikamentöses Urethrales System zur Erektion, MUSE) oder als Gel auf die Eichel aufgetragen (Alprostadil-Gel) werden.

Vakuumpumpen und Implantate: Beide Verfahren wirken zuverlässig und haben nur sehr wenige Nebenwirkungen. Bei der Vakuumpumpe wird durch Unterdruck Blut in den Penis gesaugt. Bei den Schwellkörper-Implantaten setzt der Arzt dauerhaft künstliche Schwellkörper operativ in den Penis ein.

Extrakorporale Stoßwellentherapie: Die Stoßwellentherapie kennen manche von der Behandlung von Nierensteinen. Bei Erektionsproblemen sollen Niedrigenergie-Stoßwellen die Bildung neuer Blutgefäße im Penis stimulieren, um so die Durchblutungssituation und damit die Erektionsfähigkeit zu verbessern. Ein Therapiezyklus umfasst in der Regel sechs Sitzungen, die jeweils etwa acht Minuten dauern. Die meisten Patienten vertragen die Anwendung sehr gut. Sie kann bei Bedarf auch wiederholt werden.

Hormontherapie: Bei nachgewiesenem Hormonmangel kann eine Gabe von männlichen Sexualhormonen helfen.

Darmkrebvorsorge: die wichtigsten Fragen und Antworten

Darmkrebs wächst sehr langsam, ohne dass Betroffene ihn bemerken. Umso wichtiger ist es, an Vorsorgeuntersuchungen teilzunehmen. Seit Juli dieses Jahres erhalten alle gesetzlich versicherten Männer und Frauen ab 50 Jahren eine schriftliche Einladung. Wie geht es dann weiter? Die Neue Apotheken Illustrierte informiert in ihrer aktuellen Ausgabe über die wichtigsten Fragen und Antworten.

Warum ist die Darmkrebs-Früherkennung wichtig?
Viele der jährlich neu auftretenden Darmkrebsfälle ließen sich durch eine rechtzeitige Vorsorgeuntersuchung vermeiden oder eher feststellen. Darmkrebs entsteht sehr häufig aus Darmpolypen, zunächst gutartigen Wucherungen der Darmwand, die bei einer Darmspiegelung entfernt werden können, bevor sie möglicherweise bösartig werden. Die Darmspiegelung ist die zuverlässigste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs.

Wozu dient der Stuhltest?
Blutspuren im Stuhl weisen auf Darmpolypen oder Krebs hin. Der immunologische Stuhltest weist solche Spuren nach. Zur Darmkrebs-Früherkennung ist er jedoch weniger zuverlässig als eine Darmspiegelung. Ist der Test auffällig, wird das Ergebnis durch eine Darmspiegelung abgeklärt. Den Stuhltest erhält man bei Hausärzten, Gynäkologen, Urologen oder Internisten.

Was wird bei der Darmspiegelung gemacht?
Nach einer Vorbereitung durch die Einnahme von Abführmitteln wird der Dickdarm mit einem etwa 1,5 Meter langen, flexiblen Schlauch von etwa einem Zentimeter Durchmesser untersucht. Neben einer Lichtquelle und einer hochauflösenden Minikamera befinden sich an dem Schlauch auch Geräte, mit denen sich etwaige Polypen direkt entfernen lassen. Die Untersuchung dauert meist 15 bis 25 Minuten, wenn Polypen entfernt werden, etwas länger. Die Ärzte entdecken dabei 95 bis 97 Prozent aller Tumoren. Eine Darmspiegelung führen nur Fachärzte mit entsprechender Qualifikation durch, meistens Gastroenterologen.

Was ist mit Menschen, die jünger als 50 sind?
Wenn bei ihnen ein höheres Risiko vorliegt, können sie schon in jüngerem Alter eine Darmspiegelung durchführen lassen. Das gilt etwa, wenn Eltern oder Geschwister bereits an Darmkrebs erkrankt sind. Angehörige können sich von ihrem Arzt beraten lassen. Gleiches gilt für Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Auch Personen, die schon längere Zeit unter Darmproblemen wie einem veränderten Stuhlgang leiden, sollten einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen.

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